Ab Samstag, 15. Dezember sind 20 von 28 Kilometer Loipen geöffnet.
Ab Samstag, 15. Dezember sind 20 von 28 Kilometer Loipen geöffnet.
Ferien im Val Müstair, Schweiz.

Er ist Biobauer, Skigebietschef und schneebegeistert wie eh und je

Auf Skitour mit Daniel Pitsch

Unter den Ski knirscht der Pulverschnee. Ansonsten nichts als Ruhe. Daniel Pitsch führt die Gruppe an. Der erfahrene Skitourengeher kennt die Gegend wie kein Zweiter: Er ist Betriebsleiter der nahen Skilifte, im Sommer weiden seine Kühe in der Umgebung und im Herbst ist hier sein bevorzugtes Jagdrevier. Heute ist der 3021 Meter hohe Piz Vallatscha das Ziel.

 

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Daniel Pitsch 

«Auf einer Skitour kann ich abschalten» 

Ursprüngliche Natur, hohe Berge, schneesicheres Klima: Das Val Müstair ist ein einzigartiges Skitouren-Gebiet. Wo sonst kann man in einem UNESCO Bisophärenreservat Spuren ziehen? Der Einheimische Daniel Pitsch kennt die besten Routen. 

So vielfältig und ursprünglich die Natur, so vielseitig und bodenständig sind die Einwohner des Val Müstair. Sie nennen sich «Jauer» und Daniel Pitsch ist ein typischer von ihnen. Der Ausdruck leitet sich vom Rätoromanischen Wort «jau» (=ich) ab – eine sprachliche Eigenart des Val Müstair im Vergleich zu den Nachbarn im Engadin. Der Jauer-Dialekt ist Daniels Muttersprache und in dieser spricht er auch mit seinen Skitouren-Begleitern, die alle drei im Skigebiet Minschuns mithelfen: Tochter Braida, Sohn Jachen Armon und Ramun Tschenett. Heute ist der Piz Vallatscha ihr Gipfelziel.  

Jeder Gipfel ist mit Ski erklimmbar 
Sie schätzen die vielen Möglichkeiten, die ihr Heimattal bietet: «Du kannst lange Skitouren direkt vom Tal aus machen oder kürzere von Buffalora am Ofenpass, vom Skigebiet Minschuns oder vom Weiler Lü», erklärt Daniel. Und das Gute: Alle Ausgangspunkte sind mit dem Postauto erreichbar. Man kann das Auto getrost vor dem Hotel lassen und eine Woche lang Skitouren. 

Die Region ist bei Kennern bekannt, denn die umliegenden Berge sind wie geschaffen zum Skitouren. Die meisten sind über 3000 Meter hoch, aber eher flach abfallend; dadurch kann man praktisch jeden Gipfel mit Ski erklimmen. «Es gibt aber auch steile Abfahrten», weiss Daniel. Die Nordabfahrt vom Piz Daint durch eine breite Rinne ist eine seiner liebsten Varianten. «Es braucht dazu aber sehr sichere Verhältnisse!»  

Ein Chef, der anpackt 
Daniel ist seit 22 Jahren Betriebsleiter des kleinen und feinen Skigebiets Minschuns, das etwas oberhalb der Ofenpasshöhe liegt. Der 60-Jährige ist ein Macher und packt überall an, wo es zwei flinke Hände braucht. Abends macht er meist die Schlusskontrolle auf der langen Talabfahrt hinunter nach Tschierv, er kann bis zu seinem Bauernhof fahren. Er führt einen rein biologischen Betrieb, wie praktisch alle Bauern im Tal. Eine Selbstverständlichkeit, wenn man in einem regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung wirtschaftet. 

Zwei Stunden lang ist er dann noch mit seinen Tieren beschäftigt. Er hält Mutterkühe, Angusrinder, die sich in der Höhenlage des Val Müstair besonders wohl fühlen. Daniel Pitsch hat ausgesprochen ausgefüllte Tage, denn er engagiert sich auch in verschiedenen Vereinen, Kommissionen und Vorständen. Doch wann immer er Zeit findet, zieht er seine Steigfelle auf und läuft los. Für ihn gibt nichts Schöneres als eine Skitour zu machen: «So kann ich am besten abschalten und mich erholen.»

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